Montag, 1. August 2016

Roadtrippin´ 1.1 – Das Baskenland

Unser erster Roadtrip mit dem eigenen Bus ist vorbei und ich bin begeistert. Ich stecke total in dem "Vanlife-feeling" drin und hätte die letzte Nacht auch viel lieber wieder in meinem Bulli verbracht, als in meinem mittlerweile eingestaubten Zimmer. 
Es war genau, wie wir es uns vorgestellt hatten. Eine annähernd geplante Route stand fest, wie schon im Vorbericht gezeigt, aber wir haben auf dem Weg einfach angehalten, wo es uns gefallen hat oder haben eigentlichte Ziele ausgelassen, da sie einfach nicht so spannend waren, wie erwartet.


Der erste Stopp im Baskenland war San Sebastián. Ich war gerade mit Fahren dran und habe in dem Verkehrschaos dort fast einen Panikanfall bekommen. Mir schien auch schon den ganzen Tag die Sonne auf den Kopf, aber die Verkehrsführung und die Kamikaze Fahrradfahrer dort, haben mir den Rest gegeben. Ein wirres hin und her, uneindeutige Straßenführungen, gefühlt eine Millionen Spuren und Ampeln und natürlich die ganzen Touris, die sich durch die stehenden Autos schlingelten.
Wir haben kurz eine Tour durch die Innenstadt gemacht, einen Blick auf den Hafen und den Strand erhascht und sind dann schon weiter.
Unser Gemütszustand und die überfüllte Touristadt waren in dem Moment einfach nicht unser Ding.
Um so eher haben wir uns über den kleinen Ort Bermeo gefreut, welchen wir auf dem Weg nach San Juan de Gaztelugatxe gefunden haben. Das war nämlich unser Ziel für den nächsten Tag, also fuhren wir einfach schon mal in die Richtung und wollten anhalten, wo es uns gefällt.


Der Weg dorthin war atemberaubend und anstrengend! Ich hatte mich schon gewundert, weshalb das Navi für eine Strecke von 60km anderthalb Stunden berechnet, aber das ist mir ganz schnell klar geworden. Dadurch, dasss wir Mautstraßen vermeiden wollten, führte unser Weg direkt an der Küste entlang auf einer super engen, kurvigen und ständig auf- und absteigenden Straße. Ich kam höchstens mal in den 4. Gang bevor ich zur nächsten Kurve wieder abbremsen musste oder es einen zu steilen Anstieg gab.
Wir haben einige Male in Parkbuchten angehalten, um die Landschaft genießen zu können. Der Weg war schon ein richtiges Abenteuer.



In Bermeo selbst haben wir ganz schnell einen 72 Stunden Parkplatz für Camper gefunden. Es gab zwar nur eine einzige Toilette dort, aber für eine Nacht hat das völlig ausgereicht.
Bermeo liegt ebenfalls direkt an der Küste. Es gibt dort aber keinen Strand, sondern richtig Steinklippen. Wir sind etwas rumgelaufen und ich kam mir eigentlich eher vor wie in Irland oder Schottland als in Spanien. Weit und breit grüne Wiesen, ein paar rumlaufenden Schafe, eben die dicken Felsbrocken überall und das Wetter war an dem Tag auch etwas drückend und regnerisch.

Eine tiefere Badestelle haben wir auch gefunden. Das Wasser war glasklar und recht eisig. Eine Einwohnerin hat uns beim einsteigen ins Wasser schon genau sagen können, wo der perfekte Weg ist, um sich nicht an irgendwelchen Steibbrocken zu stoßen oder abzurutschen.

Die Leute, die uns dort begenet sind waren generell sehr nett, allerdings habe ich sofort die Unterschiede des Spanisch kennen gelernt. Wenn man überhaupt "Unterschiede" sagen kann, das Baskisch ist ja eigentlich eine komplett andere Sprache. Aber mit den jüngeren Leuten oder in Einkaufsläden kam ich schon gut zurecht.
Am nächsten Morgen ging es weiter nach San Juan de Gaztelugatxe. Das ist eine alte Seemanskirche auf einem riesigen Steinbrocken draußen im Atlantik, die man aber durch einen ziemlich anstrengenden Weg noch zu Fuß erreichen kann. Hin kam man eigentlich ganz schnell. Die Böschung runter bis ans Ufer und die paar Treppen hoch zur Kirche. Andersherum kamen wir aber ganz schön ins Schwitzen...



Die Kirche durfte man von Innen leider nicht fotografieren, aber statt Bildern aus der Bibel hingen dort Seemanns Bilder vom Walfang oder von kenternden Schiffen, die Kanzel war ein Schiffsbug und generell hingen an den Wänden noch Steuerräder oder Seile.
Von der Glocke hin ein langes Seil hinunter, so dass jeder Gast einmal läuten konnte.
Auch von dort oben aus musste ich die ganze Zeit daran denken, dass ich doch eigentlich eher gerade in Schottland oder Irland stehen sollte. Die Landschaft dort passt einfach nicht zu dem, was ich mir unter Spanien vorstelle. Aber da wären wir natürlich wieder bei typischen Vorurteilen anderer Länder gegenüber. Spanien besteht nun mal nicht nur aus Palmen, Sangria, Tänzerinnen oder Toreros. Gerade im Baskenland lernt man eine ganz andere Seite kennen.



Den nächsten Stopp machten wir in der Stadt Bilbao. Wir haben einen Campingplatz direkt über der Stadt gefunden. Die Aussicht war wunderbar. 
Ich habe mich sofort brilliant mit unseren britischen Nachbarn verstanden, welche schon seit 7 Wochen von Cadiz über die Westküste in Portugal hier in den Norden Spaniens gereist sind. Mit denen sind wir dann auch gleich per Bus in die Stadt gefaren und da Bilbao gar nicht so groß ist, wie wir dachten, haben wir uns an etlichen Straßenecken wieder getroffen.
Wer in Bilbao ist, geht auch ins Guggenheim Museum!! Ich bin wirklich kein Kunstfanatiker und kenne damit mich recht wenig aus, aber das was dort zu sehen war muss schon richtige Kunst gewesen sein. Ich bin nämlich mit dem, was der Guide mir vorgeplappert hat und dem, was ich von dem Kunstwerk gehalten habe und interpretiert habe, nie auf einen Nenner gekommen. Das heißt irgendwas...






Die Architektur in Bilbao ist meines erachtens nach typisch Spanisch. Sehr hohe Gebäude, alles etwas enger und ziemlich bunt. Dafür gibt es aber viele Parks. Im "Parque de Doña Casilda de Iturrizar" habe ich zum ersten Mal in meinem Leben schwarze Schwäne gesehen und des Weiteren die größten Eiskugeln gegessen, die ich je zu Gesicht bekommen habe. Die waren so groß, dass ich echt den Rest wegschmeißen musste. Das tat mir furchtbar leid, aber ich konnte wirklich nicht mehr Zucker in mich reinstopfen.



Mit hat die Stadt sehr gefallen. Wir sind viel herumgerannt und haben viel gesehen. Allerdings reichen 3 – 4 Tage Urlaub dort aus. Die Stadt ist nicht sonderlich groß, dafür aber wunderschön.

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